Obing Panorama mit Alpen
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Grußwort von Ministerpräsident Horst Seehofer

Meinen herzlichen Gruß nach Obing!

1300 Jahre sind selbst in einem traditionsreichen Land wie Bayern bemerkenswert. Obing zählt zu den Gemeinden, deren Ortsgeschichte sich sehr weit zurückverfolgen lässt – und dabei wissen wir, dass diese 1300 Jahre nicht einmal zur Ortsgründung zurückreichen, sondern nur bis zum ersten „Verwaltungsakt“, der sich erhalten hat. Bevor Theodebert einen Gutshof verschenken konnte, muss dieser schließlich entstanden sein!

Tatsächlich haben die Archäologen bei Großbergham einen Grabhügel gefunden, der in die Steinzeit zurückdatiert, wir kennen keltische Handelsstraßen durchs heutige Gemeindegebiet, und die Römer scheinen eine Art Justizbehörde bei Obing errichtet zu haben. Freilich: Mit diesen sehr frühen Siedlern haben wir Heutigen nur noch wenig gemein. Aber das Gut aus dem 8. Jahrhundert wurde von Menschen bewohnt, die wir als direkte Vorfahren betrachten können. Wahrscheinlich würden wir sie sogar verstehen, wenn sie nur ein wenig langsam sprächen!

Als dann im Jahr 1491 St. Laurentius geweiht wurde, war Obing schon seit 700 Jahre aktenkundig. In Spanien machte sich damals ein Herr Columbus gerade daran, Gelder für seine Seefahrten zu sammeln! Man sieht: Bayern ist ein Land, das langsam gewachsen ist. Ich sehe darin einen Vorzug. Der rasche Fortschritt der letzten Jahrzehnte hätte uns aus dem Gleichgewicht gebracht, besäßen wir nicht einen ausgeprägten Sinn für Tradition und Identität. Jahrhunderte haben uns gelehrt: Menschen sind nicht austauschbar, und Heimat gibt es nicht im Plural! Wir haben uns in diesem Land, in diesem Klima und im Rahmen der deutschen Geschichte entwickelt. Andere Menschen kamen und kommen hinzu, und haben zumeist die bayerische Lebensart angenommen, aber Bayern soll unverwechselbar bleiben – und Obing auch!

Ich wünsche der Gemeinde ein frohes Jubiläum und Mut für die Zukunft.

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1300 Jahre Obing